MIP-2000

Berichte über die Reise und den Aufenthalt auf dem Model International Parliament im November 2000 in Kerkrade/ Holland

Das MIP 2000 in Holland

 

Für mich stand die Entscheidung fest: Ich wollte die Chance nutzen und Anfang November dieses Jahres im Namen der Drawehn-Schule zum Model International Parliament (MIP) nach Holland fahren.

Es entstand eine Gruppe von 10. und 11. Klässlern und zwei Lehrern.

Seit dem Beginn dieses Schuljahres bereiteten wir uns in der AG-Zeit auf das Jugendparlament vor.

Zuerst mussten wir erst einmal klären was das MIP genau ist und was uns dort erwartet: Das MIP imitiert den Europarat. Hier werden von knapp 300 Schülern der 10-13 Klasse in Councils und Committees wichtige du aktuelle Probleme und Fragen debattiert und diskutiert, um anschließend schriftlich-verfasste Resolutionen vor der General-Versammlung (General-Assermbly) zu präsentieren. Jedoch vertritt im Council nicht jeder seine persönliche Meinung, sondern muss die Vorstellungen eines Europäischen Landes wieder geben.

Weitere Aspekte unserer Vorbereitungen waren:

  • Die Festlegung: Wer vertritt welches Land und sitzt in welchem Ausschuss? Von den Organisatoren des MIP wurden und Island und Rumänien zugeteilt. Außerdem bekamen wir Japan, das die Aufgabe des Beobachters hatte.
  • Wir übten die englischen Wendungen und begriffe, die für die Kommunikation mit den Delegierten wichtig sind, denn vom MIP wurden einige Regeln vorausgesetzt, wie z.B. das Verhalten bei einer formellen Diskussion oder das „gepflegte“ Auftreten in den Ausschüssen und auf den Veranstaltungen.
  • Zusätzlich mussten wir das freie Sprechen (auch ins Mikrofon) üben
  • Die wichtigste Voraussetzung, um am MIP erfolgreich teilnehmen zu können war aber, dass man sich über sein Land und die aktuelle Situation informiert. Mit Hilfe dieser Informationen entwickelten wir eigene Resolutionen und Statements.

Bei diesem Teil habe ich persönlich eine Menge über Island, internationale Organisationen und vor allem über die aktuellen Probleme und Krisen gelernt.

 

Nachdem wir uns nun so ausführlich und intensiv, mit großer Unterstützung unserer Lehrer), vorbereitet hatten, fuhren wir am 09.11.2000 mit dem Zug nach Kerkrade, an der deutsch-niederländischen Grenze.

Die Reise wurde hauptsächlich von Herrn Thamm, einem Lehrer des Hankensbüttler Gymnasiums, organisiert. Er leitete ebenfalls eine MIP-Gruppe, die wir auf der fahr begleiteten.

Als wir nach einer 5 ½-stündigen Zug-/ und Busfahrt endlich auf dem Gelände, das einem alten englischen Internat ähnelte, ankamen, bekamen wir unsere Zimmer zugeteilt und hatten kurz zeit uns umzuziehen, denn hier durften wir nur in „gepflegter“ Kleidung (das heißt z.B. Anzug und Krawatte) auftreten. Anschließend ging es gleich los.

Hier unsere Tagesordnung von Samstag, den 11.November 2000:

08.00 – 08.45          Frühstück

09.00 – 10.00          Eröffnungsrede (u.a. mit der US-Botschafterin der Niederlande)

10.05 – 11.30          Vorstellungsreden der Länder aus den Committees

10.05 – 12.30          Sitzung der Councils

11.35 – 12.30          Sitzung der Committees

12.30 – 13.45          Mittagessen

13.45 – 17.00          Sitzungen in den Ausschüssen

17.45 – 19.30          Abendessen

19.30 – 19.45          Treffen der Leiter

19.45 – 21.15          Sitzungen in den Ausschüssen

21.15 – 21.30          Treffen der Leiter und Organisatoren

24.00                      Nachtruhe

 

Besonders gut gefallen hat mir das freie Debatieren im Council. Zum Teil ist es mir zwar sehr schwer gefallen mich auf Englisch auszudrücken, doch nun kann ich sagen, dass ich so doch eine Vielzahl an Unterrichtsvokabular dazu gewonnen habe. Außerdem habe ich bemerkt, dass ich die anderen 8hauptsächlich deutsche, aber auch Amerikaner, Belgier und Niederländer) im Großen und Ganzen gut verstehen konnte.

Beim Diskutieren lernte man auch eine Menge über die Meinung der anderen Länder. Durch die Statements und Beiträge bei den Debatten konnte man ihre Einstellung zum Teil sehr gut heraus hören und sie so eventuell kritisieren oder befürworten.

 

 

Meine Aufgaben: Die Vertretung von Island im Europäischen Sicherheitsrat

Bein MIP 2000 hatte ich die Aufgabe im Europäischen Sicherheitsrat ( European Council for Security, kurz: ECS) Island zu vertreten.

Aus europäischen Ländern gab es hier jeweils einen Delegierten, der versuchte die Meinung und Vorstellungen eines Landes zu vertreten und durchzusetzen.

Auf unserer Tagesordnung standen folgende Punkte:

  • Die Entwicklung von internationalen Verbindungen für eine größere Stabilität innerhalb Europas
  • Das Militär in Europa
  • Die Europäische Unterstützung beim Vermitteln bei Konflikten innerhalb und zwischen anderen Nationen
  • Die Ausbreitung von organisiertem Verbrechen und Bestechung innerhalb Europas

 

Zu jedem Punkt gab jeder Delegierte zu Beginn jeweils ein Statement ab, er sagte also ganz groß welche Gesichtspunkte das Land für wichtig hält und wie es dazu steht. Danach haben wir eine offene Diskussion über das Thema geführt, die von den „Chairs“ (den Leitern) geleitete würde.

Hier konnte man von seinen persönlichen Erarbeitungen den ein oder anderen Aspekt mit einbringen und die anderen um eine Stellungnahme bitten (was sie meist von selbst taten9.

Anschließend haben wir versuchte zu jedem Tagespunkt eine gemeinsame Resolution heraus zu arbeiten. Dazu konnte jeder etwas beisteuern. Dann wurde der Aspekt so lange debattiert und geändert bis alle Mitglieder ihre Einwilligung geben konnten.

In einer Resolution, in der es um die Zusammenarbeit von internationalen Organisationen ging, konnte ich auch weinen Punkt mit hinein bringen, was für mich einen kleinen Erfolg darstellte.

Nachdem wir eine Resolution beendet hatten, gab es eine allgemeine Abstimmung über die Annahme der Resolution. Wenn mehr als 2/3 der Mitglieder dafür stimmten, galt die Resolution als abgeschlossen.

In unseren Ausarbeitungen haben wir unter anderem zwei Organisationen “beantragt“, die Uraschenbekämpfung gegen organisiertes verbrechen und Bestechung gefordert und die Anwendung von neuen Technologien in allen Bereichen unterstützt.

 

 

Verfasst von Anja Humburg, Dezember 2000