KGS-Schüler in Kerkrade - Britische Parlamentarier gespielt

Wie heißt »genmanipulierter Organismus» auf englisch?


    

    

© Als Mitglieder des Europäischen Parlaments in Kerkrade schlüpften diese Schülerinnen und Schüler der Drawehn-Schule Clenze in die Rolle von britischen Parlamentariern. Aufn.: K.-F. Kassel.

 

fk Clenze. Ein Wochenende lang verwandelten sich Schüler der Kooperativen Gesamtschule (KGS), der Drawehn-Schule in Clenze, in englische Parlamentarier: als Konservative, Sozialisten. Als Liberale aus dem Vereinigten Königreich berieten sie über Themen wie fairen Welthandel, Doping oder Meeresverschmutzung.

 

Sechs Jugendliche aus Clenze wurden zu Mitgliedern des MEP, des »Model European Parlament» in Kerkrade, Niederlande. Sie gehörten zu 260 Schülern aus mehreren europäischen Ländern. Der größte Teil allerdings stammte aus Deutschland. Das änderte jedoch nichts an der Amtssprache. Im Modellparlament wurde englisch gesprochen, und zwar ausschließlich. Das bedeutete: Auch alle Fachthemen wurden in dieser Sprache abgehandelt. Wie heißt also ein »genmanipulierter Organismus» auf englisch?

 

Das war eines der Themen, mit denen sich die »Modellparlamentarier» in Fraktionen, Fachausschüssen und schließlich im Plenum auseinander setzen mussten. Jeder hatte eine Rede zu seinem Thema zu halten. Drei zusätzliche Stimmen zu der eigenen waren nötig, um ein Thema überhaupt auf die Tagesordnung eines Ausschusses zu setzen.

 

Dann begann die normale parlamentarische Tätigkeit. Es mussten Verbündete gesucht, gemeinsame Positionen formuliert werden. Dazu wurde zum Thema recherchiert, die Ansicht der Europäischen Kommission bewertet, daraus eigene Antworten auf die Fragen eines Themas entworfen.

 

Ein solches Modellparlament ist eine wiederkehrende Einrichtung. Diesmal wurde sie von der Schule für Angehörige der alliierten Streitkräfte, also von NATO-Mitarbeitern in den Niederlanden ausgerichtet.

 

Dass Politik manchmal ein langwieriges Geschäft sein kann, leuchtet den Beteiligten nach dieser Erfahrung eher ein als früher. Allein sechs Stunden saßen sie, um an einer gemeinsamen Position zu formulieren. Der Arbeitsalltag der »Parlamentarier» ging von 9 bis 21 Uhr. Man sehe jetzt anders auf die Nachrichten im Fernsehen, sagen die Clenzer. Eines möchten sie besonders gewürdigt haben: Ihre Reise wurde aus Spendengeldern finanziert. Geschäftsleute der Region und der Förderverein der Schule brachten das Geld zusammen. Wenn sie könnten, würden sie sofort wieder fahren. Obwohl die Formvorschriften nicht einfach waren. Das ging schon bei der Kleidung los: Anzug statt Gammelklamotten. Und viele, viele Regeln.


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