Qualitätsmanagement an KGS

Clenzer Schule nimmt an bundesweitem Modellversuch teil


fk Kassau. Von Wirtschaftsunternehmen sind Begriffe wie »Controlling», »Qualitätsmanagement» und ähnliche bekannt. Schulen galten bisher nicht unbedingt als Orte, die mit solchen Vorstellungen gleichgesetzt wurden. Das soll jetzt in einem bundesweiten Modellversuch anders werden. In Nieder-sachsen sind zehn Schulen an diesem Versuch beteiligt. In Lüchow-Dannenberg ist es die Kooperative Gesamtschule (KGS), die Drawehn-Schule in Clenze.

 

Landesweit organisiert das Niedersächsische Landesinstitut für Bildung (NLI) diesen Modellversuch mit der Bezeichnung »QUISS». Wie in privaten Wirtschafts-unternehmen soll dabei die eigene Schule analysiert, Verfahrensabläufe und persönliche Voraussetzungen ebenso geprüft werden wie Gebäude und Einrichtungen.

 

Dazu dient ein in der Wirtschaft erprobtes Qualitätsmanagement-Programm, das in diesem Modellversuch auf seine Tauglichkeit für die Schule erprobt werden soll. Sein Autor Karl-Heinz Kotter war in den vergangenen Tagen der Tutor des Clenzer Lehrerkollegiums.

 

An zwei Tagen versuchten die Beschäftigten der KGS, aus einer in einem Jahr erstellten Bestandsanalyse Schlüsse für die nächsten Aufgaben zu ziehen. Aus dieser Dokumentation des Ist-Zustandes, bei dem die formalisierten Vorgaben und die Kriterien des Qualitätsprogramms erfüllt werden mussten, wurde im Laufe der Zeit ein dicker Ordner.

 

Vom nächsten Schuljahr an soll die Prioritätenliste für Verbesserungsmaßnahmen an der KGS umgesetzt werden. Eine Aufgabe für die nächsten sechs Jahre, meint Kotter. Der Unternehmensberater, der seine Erfahrungen in der privaten Wirtschaft gewann und für seine Übertragung des Qualitätsmanagements auf die Schule mit dem bayerischen Staatsorden ausgezeichnet wurde, war von den Vorarbeiten in Clenze und dem Einsatz der Beteiligten beeindruckt. Die KGS gehöre mit Sicherheit zu den fortschrittlichsten Schulen in Deutschland, meint er. Er kenne wenige Schulen, die sich mit so viel Bereitschaft auf den Weg zu ihrer Entwicklung gemacht hätten.

 

Kotter berät in schulischen Qualitätsfragen die niedersächsische Landesregierung. An der Drawehn-Schule könne man stolz sein auf die Art, an die Probleme heranzugehen und Schwächen als Chance für Verbesserungen anzusehen. In dem zweitägigen Treffen im Tagungshaus in Kassau legten die Beteiligten unter Kotters Anleitung die Prioritäten für die anstehenden Maßnahmen fest. Im Konsens, wie Kotter betonte. Dazu wird mit Sicherheit die Einführung von Indikatoren für die Leistung der Schule gehören. Bisher gibt es keine objektivierbare Messmethode, den Leistungsstand nicht nur der Schüler, sondern auch der Schulorganisation zu ermitteln.

 

Außerdem soll eine Systematik entwickelt werden, wie mit den Rückmeldungen von Schülern, Eltern, nachgelagerten Schulen und Arbeitgebern umgegangen werden soll. Schließlich wird ein »Prozesscontrolling» eingeführt, damit Schwächen überhaupt erkannt werden können, die Voraussetzung für Verbesserungen. Die Liste möglicher Qualitätsverbesserungen macht 106 Einzelvorschläge aus.


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