Wie eine Wandergruppe im Nebel - die Schule

KGS Clenze: 108 Schulabsolventen


    

    

© Ehrungen in der KGS Clenze: Wolfgang Kwaschnik (stellvertretender Schulleiter, von links) und Schulleiter Rainer Schlademann zeichneten Janina Frede, Vanessa Lehmann, Natalie Ipfelkofer, Catarzyna Paw, Ulrike Reiß und weitere Schüler aus. Aufn.: K.-F. Kassel.

fk Clenze. "Durchlässigkeit" sichert die CDU/FDP-Landesregierung Eltern, Schülern und Lehrern im neuen Schulsystem zu. Durchlässigkeit zwischen den Schulformen, das bedeutet die Möglichkeit, zwischen den Schulen zu wechseln. Je nachdem, wie sich im Laufe der Entwicklung des Jugendlichen dessen Anlagen und Fähigkeiten genauer herausstellen.

 

Was Durchlässigkeit heißt, ließe sich am Jahresabschluss der Kooperativen Gesamtschule (KGS), der Drawehn-Schule in Clenze ablesen. 108 Schülerinnen und Schüler beendeten die Schule in der von ihnen gewählten Schulform (eine Namenliste folgt in der EJZ vom Montag). 17 von 28 Hauptschülern werden eine zehnte Klasse absolvieren und haben damit die Möglichkeit, den Realschulabschluss zu machen. Von den 25 Abgängern der zehnten Hauptschulklasse haben dies bereits 16 erreicht. Eine Schülerin könnte direkt zum Gymnasium wechseln. Von 34 Realschülern erwarben 14 den erweiterten Sekundarabschluss, ebenso wie alle 35 Schüler des gymnasialen Zweiges.

 

Wenn Durchlässigkeit ein Ziel wäre, dürfte es um die Zukunft der KGS in Clenze keine Probleme geben. Bei der Schulabschlussfeier am Donnerstag war die Stimmung denn auch so, als hätte die Existenz der Schule nie in Frage gestanden.

 

Schulleiter Rainer Schlademann vermutete, dass den Anwesenden gar nicht klar sei, wie fraglich das in den vergangen Wochen war. Doch nun veränderte die Landesregierung den Entwurf des Schulgesetzes und die Drawehn-Schule wird weiter als Regelschule gelten. Dafür meldet sie auch gleich neuen Platzbedarf an.

 

Bei der Abschlussfeier wich sie in diesem Jahr erstmals in die große Sporthalle aus. Die Pausenhalle in der Schule war in den vergangenen Jahren zu klein geworden. Schulleiter Schlademann und sein Stellvertreter Wolfgang Kwaschnik zeichneten sieben Schüler wegen besonderer Verdienste oder außergewöhnlicher Leistungen aus. Dazu gehörten nicht nur schulische Leistungen sondern auch der Einsatz für das Gemeinwesen Schule, etwa als Schulsprecher oder in der Klasse. Eine ganz besondere Belohnung erhielt Johanna Sophie Quis.

 

Sie bekam ein Stipendium des Bundestages für die USA im Rahmen des Parla-mentarischen Patenschaftsprogramms. Patin ist die SPD-Bundestagsabgeordnete Heidi Wegener. Platz zwei auf der Auswahlliste erreichte Margarete Mylius.

 

Über die widersprüchlichen Anforderungen der Gesellschaft an die Schule machte sich für die Lehrkräfte der Schulabgänger Holger Müller Gedanken. Gefordert werde, eine Wandergruppe aus Hochleistungssportlern und Behinderten im Nebel über unwegsames Gelände in nordsüdlicher Richtung zu führen mit dem Ziel, alle möglichst gleichzeitig anzukommen. Clenzes Bürgermeister Herbert Höbermann (CDU) verkündete den Gästen der Abschlussfeier, wie stolz man sei auf diese Schule, die es zu landesweiter Bekanntheit gebracht habe.


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