Aufforderung zum Träumen
Schulentlassung an der Drawehn-Schule in Clenze - Christensen hört auf


    

    

© Wegen besonderer Leistungen sind an der Drawehn-Schule sieben Schülerinnen und Schüler ausgezeichnet worden. Von links: Ida Bäthge, Maren Harre, Claudia Schulz, Julia Krech, Christina Strumpf, Fabian Riecke, Johannes Ruthard. Die Auszeichnungen überreichten Schulleiter Rainer Schlademann und die didaktische Leiterin Susanne Hilbig-Rehder. Aufn.: K.-F. Kassel.

 

fk Clenze. In der öffentlichen Diskussion über die Perspektiven von Schülerinnen und Schülern geht es um Qualifikationen, Anforderungen der Arbeitswelt, Erfolg. In den vergangenen 15 Jahren wurde es üblich, alles, was abseits dieser Orientierung liegt, für überflüssig, gar schädlich zu erklären.

 

Bei der Entlassungsfeier der Kooperativen Gesamtschule (KGS) in Clenze waren am Donnerstag andere Töne zu hören. Neben die raue Wirklichkeit wurde die Einladung zu Träumen und Visionen gestellt.

 

Die Lehrerband »Handmade" schrummelte einen träumerischen Song von den Mamas und Papas. In den Reden wurde von Visionen gesprochen, die zur Gestaltung des eigenen Lebens notwendig seien. Ein Abschiedsgeschenk aller Klassen an ihre Schule war ein Gemälde mit einer weiten, offenen Landschaft. Als Beginn einer »Entdeckungsreise» beschrieb die Elternratsvorsitzende Annedore Christensen den Schulabschluss der 78 Schulabgänger in Clenze. Die Bedingungen, die außerhalb der Schule auf die Schulabgänger warten, sind jedoch alles andere als träumerisch. Mehrfach betonten Redner in dieser Abschlussfeier, für die Clenzes Pausenhalle zu klein war, dass sie den Schülern einen sicheren Ausbildungs-, später Arbeitsplatz wünschen. Denn sicher ist das nicht.

 

Über die Leistungsbereitschaft, oder über deren Diffamierung, dachte Schulleiter Rainer Schlademann laut nach. »Schleimer" würde denen oft nachgesagt, die gerne lernten. Doch der Begriff sei gefährlich, wenn er die Lust am Lernen abtue. Die Ressourcen der Gesellschaft seien ihre Kinder und Jugendlichen, werde oft gesagt. Vor allem das, was sie in der Birne haben, sagte Schlademann. Deshalb zeichnete die Drawehn-Schule sieben Schülerinnen und Schüler wegen besonderer Leistungen aus. Die einen wegen ihres sozialen Engagements, ihres Einsatzes für die Klassen- oder Schulgemeinschaft. Die anderen für besondere schulische Leistungen, als Schulbeste mit Noten von 1,0 oder 1,6.

 

Ausgezeichnet wurden Maren Harre, die Sprecherin der Schülervertretung, Johannes Ruthard als bester Gymnasiast, Claudia Schulz und Christina Strumpf als beste Realschülerinnen, Fabian Riecke als bester Hauptschüler, Ida Bäthge und Julia Krech für ihren Einsatz für die Klassengemeinschaften.

 

Nach zehn Jahren gibt Annedore Christensen ihr Amt als Vorsitzende des Schulelternrates ab. In der Abschlussfeier verabschiedete sie sich von Lehrern, Eltern und Schülern. Sie wird jedoch weiter Vorsitzende des Fördervereins der KGS Drawehn-Schule bleiben. Christensen dankte allen, die vor zehn Jahren die KGS gegen viele Unkenrufe mit gründen halfen. Der Dank galt all jenen, die »keinen Konfrontationskurs aufkommen ließen», die »nicht dazu beitrugen, Stammtisch- parolen weiterzutragen».

 

Amtlich beteiligt an der Gründung war als Schulrat Knut Schwarting. Er nahm an der Abschlussfeier teil und meinte, mehr als nur sein Herz hänge an der Drawehn-Schule. Sie habe einen hervorragenden Ruf, ein sehr engagiertes Kollegium und eine verantwortungsbewusste Elternschaft. Die KGS sei ein Aushängeschild für Lüchow-Dannenberg. Ähnliches, wenn auch auf plattdeutsch, äußerte Clenzes Gemeinde- bürgermeister Herbert Höbermann.


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