Schüler in Künstlerateliers
»Lernen mit Können»: Kreative Projekttage der KGS Clenze


    

    

© Eine Skulptur aus Schrott wollen Daniel Marenholz und Marius Müller (von rechts) in der Werkstatt des bildenden Künstlers Erich Reischke (links) an drei Projekttagen der Clenzer Kooperativen Gesamtschule fertigen. Aufn.: K.-F. Kassel.

fk Clenze. Immer wenn das erste Halbjahr für die Schülerinnen und Schüler der 10. Klasse der Kooperativen Gesamtschule (KGS) in Clenze zu Ende geht, hat für drei Tage das Künstlerische Vorrang in der Schulbildung.

In dieser Zeit besuchen Schüler Künstler und Kunsthandwerker in der Region. In der vergangenen Woche schwärmten die Kleingruppen von jeweils zwei oder drei Schülern aus. 18 Ateliers im Landkreis hatten sich zu einer Zusammenarbeit bereit erklärt.

Die Aktion »Lernen mit Können», Kreative Projekttage der KGS Clenze, hat inzwischen Tradition. Jedes Jahr werden bildende Künstler und Kunsthandwerker der Region von der Schule angesprochen. Sie sollen drei Arbeitstage zur Verfügung stellen. Während dieser Zeit gehen die Schüler statt in die Schule in die Ateliers. Dort sollen selbst entworfene Arbeiten gefertigt werden.

Doch die Aktion beginnt bereits mit der Vorstellung. Denn oft sind die Atelierinhaber zwar bekannt, doch ihre Tätigkeit und Lebensweise eher fremd. Schon der Besuch im Atelier ist daher Teil des Projektzieles. Erfahrung anderer Lebens- und Denkweisen heißt das in der Zielbeschreibung.

In diesem Jahr haben sich vor allem Kunsthandwerker bereit gefunden, die Schüler aufzunehmen. Glasarbeiten oder Raumschmuck, Lederarbeiten oder Möbelbau, Fliesenmalerei oder ein Platz am Webstuhl gehörten zur Auswahl.

Die Finanzierung des Projektes steht auch nach mehreren Jahren auf wackeligen Beinen. Die Materialkosten müssen die Schüler selbst bezahlen. Honorare für die Künstler gibt es keine. Die müssen ihre Arbeitszeit kostenlos zur Verfügung stellen. Was an organisatorischen Kosten anfällt, muss aus Spenden finanziert werden. Der Schuletat sieht keine Ausgaben vor.

Bei den Künstlern löst die Anfrage der KGS in jedem Jahr wieder Zweifel aus. Einerseits möchten sie nicht absagen. Andererseits fragen sie sich angesichts fehlendem materiellen Ausgleich, was als Ergebnis der Aktion übrig bleibt. Die Entdeckung eines zukünftigen Künstlers sicher nicht. Aber die Aussicht, wenigstens die Fremdheit gegenüber ihrer Arbeit überwinden zu helfen, lässt Lüchow-Dannenbergs Künstler voraussichtlich auch im nächsten Jahr wieder ihr Ateliers für Clenzes Schüler öffnen.


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