Helfen, die Welt zu ändern
Medienpreis für die Anti-Rassismus-AG der KGS Clenze


    

    

© Das Engagement der Anti-Rassismus-AG der KGS Clenze wurde gestern bei der Frankfurter Buchmesse geehrt. "Woche"-Chefredakteur Hans-Ulrich Jörges (zweiter von links) übergab Mitgliedern den dritten Preis des "Medienpreises Jugend gegen Rechtsextremismus". Aufn.: A. Varnhorn

tj Clenze. Für Sophie ist es »ein tolles Gefühl, aktiv gegen Rechts zu sein». Siobhàn ist »wütend» auf die Neonazis und »Leute, die wegschauen» und möchte »ein bisschen mithelfen, die Welt verändern».

Carlotta will »nicht nur reden», und für Isabella war ein Angriff von rechten Skins auf einen Bekannten unmittelbarer Anlass, sich in der Anti-Rassismus-AG der Kooperativen Gesamtschule Clenze (KGS), der Drawehn-Schule zu engagieren. Gemeinsam mit sechs Schülerinnen und Schülern von der KGS und aus Lüchow sind sie in der von Fachlehrer Holger Müller betreuten Gruppe aktiv. Gestern wurde ihr Engagement auf der Frankfurter Buchmesse gewürdigt: Die Clenzer AG bekam dort - gemeinsam mit zwei anderen Gruppen - den dritten Preis des erstmals vergebenen »Medienpreises Jugend gegen Rechtsextremismus». Übergeben wurden die Auszeichnung von Hans-Ulrich Jörges, dem Chefredakteur der Hamburger »Woche».

Besonders gefallen habe »das große Spektrum des Engagements» der Jugendlichen, sagt Joachim Wehnelt, Redakteur der »Woche» und Mitglied der Medienpreis-Jury. Der gehören außerdem die Chefredakteure der »Westdeutschen Allgemeinen Zeitung», der »Frankfurter Rundschau, der »AZ München», der »Woche» und des TVs der Deutschen Welle an. Auch dass die Clenzer Antirassimus-AG für ihre kommenden Aktivitäten schon längerfristige Pläne habe, habe zur Entscheidung der Jury beigetragen, so Wehnehlt.

Für die geplanten Aktivitäten der Antirassismus-AG sollen auch die 1000 Mark verwendet werden, mit denen der Preis dotiert ist, sagt Siobhàn von der Initiative. Wofür genau, das wird noch festgelegt. Verwendet werden könne das Geld zum Beispiel für einen Deeskalation-Workshop oder die »Aktion Noteingang», die die Gruppe in Lüchow ins Leben rufen will, damit auch in der Kreisstadt gegebenenfalls Opfer rassistischer Gewalt eine Zuflucht finden. Es sei interessant gewesen, im Rahmen der Preisübergabe die anderen ausgezeichneten Gruppen zu treffen und mit ihnen Ideen auszutauschen, berichtet die Schülerin weiter. Die Preisverleihung werde Antirassismus-AG auch helfen, im Landkreis bekannter und mehr akzeptiert zu werden. Geplant sind demnächst eine Ausstellung über den Neofaschismus im heutigen Deutschland, ein Entwicklungshelfer soll eingeladen werden.

Zu den Aktionen, für die die Gruppe jetzt ausgezeichnet wurde, gehören unter anderem die Mitorganisation der Ausstellung »Krieg ist kein Kinderspiel», eine Lesung, die Gestaltung eines Plakates zur Kommunalwahl und Seminare, darunter ein erstes Deeskalation-Training. Auch einen Vertrag, mit dessen Unterzeichnung durch 70 Prozent aller Schüler, Eltern und Lehrer die KGS sich »Schule ohne Rassimus» nennen darf, hat die Gruppe initiiert.

Der Preis wird von der Medien-Inititative »Netz gegen Rechts» vergeben, in der sich 25 Zeitungen, Zeitschriften und Sender zusammengeschlossen haben. Die Medien-Initiative betreibt unter der Adresse www.NGRX.de auch ein Internet-Portal.


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