Auf fruchtbaren Boden gesät
Gäste aus Tansania, Indien und Bolivien informierten über fairen Handel


    

    

© Über Kunsthandwerk in Indien berichtete Irani Sen (rechts) an der Drawehn-Schule in Clenze. Die Klassen 7c, 7d und 8d hatten sich zuvor mit dem Thema fairer Handel beschäftigt. Aufn.: P. Witte

pw Clenze. »Hello, my name is John, I'm from Tansania», stellt sich John Kanjagaile vor. Die Antwort der erwartungsvollen Siebtklässler kommt im Chor: »Hallo».

Drei Wochen lang haben sich die Schülerinnen und Schüler der 7c, 7d und 8d der Drawehn-Schule in Clenze mit ihren Lehrern Hermann Klepper und Jana König vorbereitet. Sie haben im Unterricht der kooperativen Gesamtschule über den Welthandel, Waren und Prinzipien des fairen Handels und die so genannte »Dritte Welt» gesprochen.

Heute soll der theoretische Hintergrund lebendig werden: Mit Menschen aus Tansania, Indien und Bolivien, die in die Schule kommen und dort über Lebensbedingungen und die Auswirkungen des fairen Handels in ihrem Heimatland berichten. »Schule an Erde» heißt das Projekt, das vom Klimabündnis niedersächsischer Schulen (KlinSch) im Rahmen der »Fairstärkungs-Kampagne» des Verbands Entwicklungspolitik Niedersachsen (VEN) angeboten wird.

»Wir wollen das Thema an die Schulen bringen und mit den Referenten den menschlichen Faktor einbringen», erklärt Rita Otte von KlinSch. Und so berichtet Gladys Marquez aus Bolivien über eine Kakao-Kooperative, John Kanjagaile über Kaffee-Anbau in Tansania und Irani Sen über indisches Kunsthandwerk wie etwa Textilien.

Mit Dias, Videos und Erzählungen stellen sie den Kindern die bis dahin oft fernen und fremden Länder vor. »Der Ansatz ist, dass die Kinder ein bisschen spüren sollen, wie sie hier leben und wie andere Menschen leben», sagt Hermann Klepper. Immer mehr wird den Jungen und Mädchen im Laufe des Vormittages bewusst, dass sie persönlich mit ihren Einkäufen die Lebensbedingungen der Menschen in den »Dritten Ländern» beeinflussen können.

Gewissenhaft antwortet Irani Sen auf Fragen. Etwa auf die, ob in Indien Schulpflicht herrsche oder für welche Arbeiten Elefanten herangezogen werden. Sie versteht, dass das alles neu und aufregend für die Clenzer Schüler ist und freut sich über das große Interesse: »Die Schüler hier sind sehr gut vorbereitet und stellen darum auch gute Fragen; man merkt, dass sie den fairen Handel unterstützen wollen.»

Ähnlich äußert sich John Kanjagaile: »Wenn man will, dass die Saat aufgeht, muss man auf fruchtbaren Boden säen, und die Kinder hier sind sehr fruchtbarer Boden.» Er hat keine Zweifel, dass das Ziel des Projekts, junge Leute für den fairen Handel zu mobilisieren, in Clenze erfolgreich sein wird. Und tatsächlich planen Hermann Klepper und seine Klasse, an der KGS Clenze fairen Kakao zu verkaufen.


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