White Horse Theatre am 21.03.2007


Billy's Freund, der Gorilla Gerald, hält nicht viel von Schulbüchern.

  

Das Publikum wird in das Geschehen mit einbezogen.

  

   

Auch Akrobatisches war zu sehen.

 

Nichts als Theater ...

Am letzten Mittwoch vor den Osterferien tauschten viele Schüler ihren Klassenraum gegen einen Theatersaal aus. Als solcher fungierte das Forum der Drawehn-Schule, in dem zwei unterschiedliche Vorstellungen zu sehen waren. Beide wurden gestaltet von den SchauspielerInnen des englisch sprechenden White Horse Theatre, dem größten Theater dieser Art mit pädagogisch besonders aufbereiteten Stücken im Repertoire. Sie verstehen sich (wie ihr Tourneebus ausweist) als "Theater zum Englisch-Lernen", und genau dies war auch der Zweck ihrer Auftritte in der DSC.

Den Fünft- und Sechstklässlern bot die vierköpfige Schauspieltruppe das Stück "Billy's Friend", in dem ein Gorilla die Hauptrolle spielt. Dieser Gorilla - zu Beginn des Stückes noch ungezähmt und bei manch einer Begegnung gefürchtet - verwandelt sich zum Ende des Stückes hin zu einem angepassten Tierchen, das im Zirkus einstudierte Kunststückchen vorführt. Der Gorilla steht symbolisch für den äußerlich Andersartigen in unserer Gesellschaft und er zeigte auf, wie Außenseiter und Gesellschaft miteinander bisweilen umgehen. Derjenige, der nicht so viel Tiefgründiges in dem Stück sehen wollte, kam aufgrund der leicht nachvollziehbaren Handlung, des punktuellen Klamauks und der Einbindung des Publikums auf seine Kosten. Der tosende Beifall am Ende der Vorführung belegte den Anklang, den das Stück bei den jüngeren Zuschauern fand.

Ein weiteres Stück - geschrieben für die fortgeschritteneren Englischlerner - stand unter der Überschrift "Sticks and Stones". Es setzte sich in besonders eindringlicher und nahegehender Weise mit dem Thema "Mobbing" auseinander. Die Gefühlslage der Mobbing-Opfer wurde drastisch vor Augen geführt. Deutlich wurde der Leidensdruck, dem diese oft ausgesetzt sind, und die vermeintliche Ausweglosigkeit, die bis zum (versuchten) Selbstmord führen kann. Das Theaterstück bot glücklicherweise nicht nur einen Problemaufriss, sondern zeigte Lösungsansätze auf, die die Handlung dann noch in ein Happy End auslaufen ließen. Die Stille in den Rängen der Schüler, die dem Konflikt auf der Bühne angespannt oder gebannt folgten, bewies, dass es den Schauspielern gelang, über eine Stunde lang die Zuschauer zu fesseln. Auch hier war der Applaus entsprechend.

Das White Horse Theatre ist jedes Jahr mit unterschiedlichen Stücken "auf Tour", und auch in der Drawehn-Schule sind sie früher beinahe jedes Jahr zu Gast gewesen. In diesem Jahr konnten die Schauspieler wieder an das hohe Anspruchsniveau anschließen, für das sie in früheren Jahren Garanten waren. Ihre Stücke sind speziell für ein schulisches Publikum geschrieben, das in ihnen einen Teil der eigenen Erfahrungswelt wiederfinden soll. Das Englisch ist sprachlich so angepasst, dass es auch von nur durchschnittlichen Englischlerner verstanden werden kann. Hinzu kommt, dass viele Englischlehrer in ihren letzten Unterrichtsstunden gezielt auf die Theaterstücke vorbereitet hatten bzw. Inhalte der Stücke wieder aufgreifen und verarbeiten werden.

Marc Mischke, FBL Sprachen

 

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