Der Fachbereich GSW stellt sich vor


Der Begriff „Geschichtlich-Soziale Weltkunde“ (GSW) deutet die enge Verknüpfung der Fächer Geschichte, Erdkunde und Politik an, die an unserer Gesamtschule bewusst gesetzt wird.

 

Alle drei Fächer werden von einer Kollegin oder einem Kollegen unterrichtet und inhaltliche Bezüge hergestellt. In bis zu sechs Stunden pro Woche (je nach Schulzweig und Jahrgang) können Themen sehr intensiv erarbeitet werden. Die Umstellung von Einzelstunden auf  80-Minuten-Unterrichtsblöcke hat diese Vorteile nochmals verstärkt; oft bietet es sich an Gruppenarbeiten, Rollenspiele oder Diskussionsrunden  zeitlich zusammenhängend zu Ende zu bringen. Und so wird auch jedes Thema im zeitlichen Zusammenhang (epochal) unterrichtet, ehe ein neues Thema aus einem der beiden anderen Fächer an der Reihe ist.

 

In den Jahren 2006-2008 wurden durch das Kultusministerium neue Vorgaben für den Unterricht gesetzt, die sogenannten „Kerncurricula“ veröffentlicht. Daraus entwickelten alle Lehrkräfte in Folge unsere schulinternen Lehrpläne, die auch regionale Besonderheiten berücksichtigen bzw. unser schuleigenes Konzept  ein Gerüst mit Projekten für jeden Jahrgang zu bilden.

 

Im 5.Jahrgang tauchen unsere Jüngsten einen Tag lang in die Steinzeit ein und erleben in den praktisch ausgerichteten Projekten,  wie mühevoll und doch beglückend es ist, aus einfachen Materialien Werkzeuge, Schmuck, Malereien usw. herzustellen. Die Schüler des 6. Jahrgangs stellten im Mittelalter-Projekt des vergangenen Jahres binnen weniger Stunden einen Markt auf die Beine, bei dem es Wappen, geschöpftes Papier u. a.  zu bestaunen gab und Szenen aus dem mittelalterlichen Stadtleben, von einer Schülergruppe in Kostümen in Szene gesetzt, ehe eine weitere Gruppe Kostproben aus der mittelalterlichen Küche anbot.

 

Im Umwelt-Projekt (Jahrgang 7) stehen Themenansätze im Vordergrund, die zeigen, dass Politik oder Erdkunde ganz oft nicht von der Biologie, Chemie oder Physik zu trennen sind.  In Besuchen von Biogas- oder Kläranlagen, Mülldeponien erfahren unsere Schüler, dass die Zusammenarbeit der Fachgebiete Grundlage für  nachhaltiges Wirtschaften und einen Erhalt ihrer Umwelt ist. Somit werden diese Projekte auch gemeinsam von GSW-Lehrkräften und jene aus den Naturwissenschaften betreut Spannend ist es auch, den nahegelegenen Clenzer Bach zu untersuchen und Ergebnisse zu dokumentieren.

 

Wie die grundlegenden Lehrpläne wird auch der Projektbereich immer wieder aktualisiert, arbeiten derzeit Kollegen Projekte für den 8. und 9.Jahrgang neu aus; aktuelle Ereignisse wie z.B. die Reaktorkatastrophe in Fukushima  (Japan) und die jüngste Bewertung deutscher Atompolitik erfordern auch darauf ausgerichtete Projekte.

 

Früher in den 10., jetzt in den neunten Klassen wird im Zusammenhang mit der  Behandlung des Nationalsozialismus ein Besuch der  Mahn- und Gedenkstätte Bergen-Belsen durchgeführt.

 

Im vergangenen Jahr wurde in Zusammenarbeit mit dem Museum Wustrow und dem Kulturladen Clenze eine Ausstellung zu den sogenannten „Ausländerkinder-Pflegestätten Lefitz in der Schule gezeigt; dort wurden kleine Kinder von Zwangsarbeiterinnen in menschenunwürdiger Weise untergebracht. Es ist angedacht, in einem weiteren Projekt mit Schülern einen Gedenkstein dafür herzustellen.

 

Die Zehntklässler erhalten in der Fahrt zum Landtag Einblick in die schwierige Welt der Politik - gleicht  die Stunde auf der Tribüne noch eher einem Schauspiel mit emotionalen Ausbrüchen der Redner, haben die Schüler anschließend Gelegenheit  Abgeordneten aus unserer Region ernsthafte Fragen zu stellen.

 

All diese Projekte zeugen vom hohen Engagement der Kolleginnen und Kollegen dieses Fachbereichs, die natürlich auch ihre persönlichen Erfahrungen einbringen, sei es in der Erfahrung des Alltags im bis 1989 geteilten Deutschland, sei es durch berufliche Werdegänge, die z. B. eine junge Kollegin vom Bundestag und der EU-Regierung in Brüssel mit nach Clenze gebracht haben. Darauf sind wir auch stolz und ich danke allen für ihren persönlichen Einsatz.

 

Dauerbrenner  ist der Erdkunde-Wettbewerb  „Geographie-Wissen“, an dem sich im Schnitt in jedem Jahr  80-100 Schüler  freiwillig beteiligen. Einige Male in den zehn Jahren konnten sich unsere Schulsieger auf Landesebene gut  behaupten.

 

Stefan Zauner, Fachlehrer für GSW


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