Ökologische Folgen des Hochwassers


V e r s c h m u t z u n g   d e r   E l b e   u n d   d e r   N o r d s e e

 

Die Schadstoff Belastung der Elbe durch die Flut hat sich erheblich erhöht. "Das Leben in der Elbe wird mit diesen Schadstoffen schwer zu kämpfen haben", sagte Manfred Krautter, Chemieexperte von Greenpeace. Algen, Öl und organische Stoffe (z. B. tote Tiere) wurden sehr viel stärker mitgeführt. Weil diese Gifte auf den überfluteten Flächen liegen bleiben, müssen diese unbedingt entfernt werden. Aber wie aktuelle Messungen belegen, ist die Belastung durch Cadmium (20fach über dem Grenzwert), Kupfer, Zink, Chrom und Quecksilber (40fach über dem Grenzwert) zu einer fünf- bis zehnfachen Belastung höher als vor der Flut geworden. Doch weil sowieso schon der von Schadstoffen belasteten Nordsee alle anderen Schadstoffe der Elbe, die jetzt durch die Flut noch viel höher sind, zugeführt werden, ist die Nordsee am schlimmsten betroffen. Zum Beispiel ist nun in der Nordsee schon so viel Quecksilber vorhanden, wie sonst in einem Jahr. Außerdem hat sich der Sauerstoffgehalt stark verschlechtert, vermutlich durch die längeren Wärmeperioden oder es ist einfach kein Platz für Sauerstoff im verseuchten Schlamm. Dieses ist bedrohlich für Tier- und Pflanzenwelt.

 

Die Elbwasserwerte haben sich nach der Flut erheblich verändert:

 

Bleikonzentration

- 220mal höher als Normalwert

 

- Bleigehalt nach der Flut vergleichbar mit dem in 7 Jahren

 

 

Schwermetalle

- Cadmium 20fach über dem Normalwert

- Quecksilber 40fach über dem Normalwert

- insgesamt fünf- zehnfach höhere Belastung

 

 

Sauerstoffgehalt

- Sauerstoffgehalt hat sich verschlechtert

   

   

   

 

V e r ä n d e r u n g   u n d   F o l g e n   f ü r   d i e   E l b t a l a u e n

 

Umweltexperten meinen, dass normale Hochwasser für die Elbtalauen nicht gefährlich sind. Die Überflutungen sind für Elbtalauen sehr wichtig, damit sie nicht austrocknen. Die Bäume können lange Zeit im Wasser bleiben, ohne das es ihnen schadet.

 

Ein Beispiel dafür sind die Weiden: Sie stehen in den Elbtalauen lange zeit im Wasser und bilden neue Wurzeln, mit denen sie Nährstoffe direkt aus dem Wasser aufnehmen können.

 

Im August 2002 war das Hochwasser jedoch anders, denn bei dem Hochwasser wurden auch Chemikalien und Müll, die von überfluteten Fabriken kamen, angespült. Meistens wurden die Fabriken vom Hochwasser überflutet und Chemikalien mitgerissen. Das Hochwasser erhöhte in der Elbe die Fließgeschwindigkeit, dadurch wurde der Schlamm, der sich unten im Flussbett abgelagert hatte, hochgewirbelt. Der Schlamm wurde von den Fluten mitgerissen. Die Elbtalauen haben sich durch den Schlamm verändert, denn dieser Schlamm enthält viele Giftstoffe.

 

Viele Lebensräume der Tiere und Pflanzen wurden geschädigt.

   

 

E i n i g e   E r k l ä r u n g e n

 

Naturschutzgebiete

Naturschutzgebiete gibt es über 5.000 mal in Deutschland. In diesen Gebieten werden Tiere und Pflanzen streng geschützt. Es sind jedoch meist nur wenige Hektar, dadurch kommen kaum Besucher in dieses Gebiet.

 

 

Land-

schaftsschutzgebiete

Landschaftsschutzgebiete bedecken ein Viertel der Gesamt- fläche von Deutschland. Aber die aufgestellten Bedingungen an die Menschen sind gering (z.B. keine Müll hinwerfen, nicht vom Weg abkommen).

 

 

Naturparks

Es gibt rund 78 Naturparks in Deutschland. Sie sind aber eigentlich nur zur Erholung des Menschen und nicht so sehr zum Schutz der Flora (Pflanzenwelt) und Fauna (Tierwelt) da. Meist sind aber Lehrpfade und Museen in diesen Parks vor- handen.

 

 

Nationalparks

Bundesweit gibt es 13 Nationalparks. die Landschaften sollen sich ohne menschliche Hilfe entwickeln. Sie sind meistens mehrere zehntausend Hektar groß. Die Nutzung durch Menschen in den Kernzonen ist verboten, jedoch in den anderen Teilen der Parks darf man mit einer staatlichen Erlaubnis Landwirtschaft betreiben.

 

 

Biosphärenreservate

Rund 14 Reservate gibt es in Deutschland. Die Natur wird nur in den geschützten Gebieten der Natur sich selbst überlassen. Jedoch wird keine Landwirtschaft in diesen geschützten Gebieten betrieben. Teilweise ist sogar Bau von Industrie- anlagen, Wohnungen und Straßen möglich, jedoch nur in den abgelegenen Gebieten.

   

 

D e r   A u s b a u   d e r   E l b e   u n d   d a s   U m d e n k e n

m a n c h e r   n a c h   d e r   F l u t

 

Die Elbe soll seit Jahren auf der Strecke Dömitz-Hitzacker ausgebaut werden, weil sie dort bei Niedrigwasser an einigen Stellen nicht befahrbar ist für die Binnenschifffahrt, das zumindest will das Bundesverkehrsministerium (im weiteren Text VerkM). Das VerkM will eine Vertiefung der Fahrrinne um 20 cm. Es unterstützte sein Konzept noch mit dem Argument, dass die Binnenschifffahrt ein entlastendes Verkehrsmittel für die Umwelt sei.

 

Trotzdem waren die Umweltschützer schon immer gegen den Elbausbau, doch erst seit der Hochwasserkatastrophe wird das Thema wirklich diskutiert und realisiert. Am 16.09.02 fand die erste Flusskonferenz statt, zu der die Bundesregierung Umweltminister von Bund, Ländern und anderen Staaten einlud. Es wurden Verbesserungskonzepte zum Schutz der Flüsse und Vorbeugungen für Hochwasser entwickelt.

 

Das sogenannte Fünf-Punkte-Programm:

 

1. Zurückverlegung der Deiche, damit die Flüsse wieder ihre natürlichen Über- schwemmungsgebiete haben

 

2. Landwirtschaftliche Flächen sollen wieder in Grünland umgewandelt werden

 

3. Versiegelte Gebiete (zugeteerte Flächen, mit Häusern zugebaute Flächen, etc.) sollen entsiegelt werden, damit das Wasser wieder auf natürliche Weise abfließen kann

 

4. Bessere Steuerung der Siedlungsentwicklung; z.B. stärkere Vorgaben bei Bebauung der Flächen, Verbote bei Bebauung in Flussnähe 

 

5. Internationale Zusammenschlüsse zum Schutz für Flüsse und gegen Hochwasser

   

Auf jeden Fall wird die Elbe erst einmal nicht weiter ausgebaut. Dies gilt bis zum nächsten Verkehrswegeplan Anfang kommenden Jahres, mit dem über grundlegende Themen, wie zum Beispiel der Elbausbau, entschieden wird.

   

   

   

   

   

 

F o l g e n   f ü r   d i e   E l b e   d u r c h   E l b a u s b a u

 

Bundesverkehrsministerium will die Elbe zwischen Hitzacker
und Dömitz ausbauen, damit die Schiffe auch bei 
Niedrigwasser fahren können.

Mehr Wasser, das sonst ins Grundwasser sickern würde,
fließt in die Elbe.

Der Grundwasserspiegel wird abgesenkt.

Die Elbtalauen trocknen aus.

Viele gefährdete Tiere und Pflanzen sterben aus oder werden noch mehr gefährdet. 

Kommende Hochwasser fallen noch verheerender aus.

   

 

M ö g l i c h e   V o r b e u g u n g e n   u n d   M a ß n a h m e n

g e g e n   k o m m e n d e   H o c h w a s s e r

 

Um die Folgen kommender Hochwasser zu lindern, könnte man an besonders gefährdeten Stellen neuen Auwald anpflanzen. Wenn diese Flächen nicht geeignet sind (zu bebaut), dann muss man diese Flächen so weit herrichten, dass dort Auwald wachsen kann. Das wäre nicht nur als Hochwasserschutz geeignet sondern wäre auch für viele Tiere und Pflanzen ein neuer Lebensraum.

 

Eine andere Möglichkeit ist eine Anlegung von Poldern, eingedeichte Flächen, die bei Hochwasser gezielt geflutet werden können.

   

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