Greta


         

                         Gretas Großmutter                         Greta

 

Was weiß ich eigentlich über meine Oma und ihre Kindheit?

 

Meine Oma heißt Inge Konscholke geb. Heil.

Sie wurde am 2. März 1934 geboren.

Über ihre Kindheit und ob sie Geschwister hatte, weiß ich nichts.

 

Was mir meine Oma aus ihrer Kindheit erzählt hat.

 

Meine Oma lebte zusammen mit ihren beiden Brüdern und ihren Eltern bis März 1948 gemeinsam in einem Zimmer. Im April hatten sie eine kleine Wohnung  mit einer Küche und einem Zimmer. Meine Oma schlief auf einem Sofa in der Küche.

Zu essen gab es häufig nur Gemüse, einmal in der Woche aber auch Fleisch. Es gab z. B. Kartoffelklöße mit Fett, Suppe aus geschrotetem Getreide und Rübensaft. Manchmal gab es auch Kuchen, der aus Mehl und Kaffeesatz war. Zwischenmahlzeiten gab es nicht. Manchmal haben sie sich aus Zucker selbst Bonbons gekocht. Omas Lieblingsbonbons waren Karamelbonbons, die sie sich für einen Pfennig pro Stück kauften.

Meine Oma war die einzige Schülerin aus dem Ort, in dem sie wohnte, aus ihrer Klasse. Ihr Schulweg war ca. 5 km von Watzum, so hieß der Wohnort, nach Schöppenstedt entfernt. Sie musste ganz allein und zu Fuß zur Schule gehen. Manchmal wurde sie von einem Pferdefuhrwerk mitgenommen. In ihrer Schule gab es täglich eine warme Suppe, sie nahm aber auch ein Brot mit Salz und Margarine mit. Zuerst waren Ende und Anfang des Unterrichtes unterschiedlich, mal von 7- 11 Uhr, dann von 11- 15 Uhr Oder von 15- 19 Uhr. Später dann hatte sie von Montag bis Samstag 6- 7 Stunden.

Sie lernte die Fächer Mathe, Rechtschreiben, Englisch, Geometrie, Erdkunde, Lesen und Vortrag, Aufsatz, Geschichte, Biologie, Musik, Werken, Schreiben, Sport und ab 1950 nach Schulwechsel Religion,

Physik, Buchführung, Wirtschaftskunde, Kurzschrift, Maschinenschreiben und Erziehungslehre.

Omas Schulausbildung war bis zu ihrem 18. Lebensjahr. Ihr Abschluss war mittlere Reife. Ihr Abschlusszeugnis war eine gute „2“.

Der Beruf , den sie lernte, war Bankkauffrau. Eigene Schulbücher hatten sie nicht.  Sie mussten sich die Bücher immer gegenseitig ausleihen.

Erst ab 1949 normalisierte sich das Schulgeschehen. Hausaufgaben gab es sehr viel schriftlich.

Der Traumberuf meiner Oma war Bäuerin. Sie träumte davon, in der Sonne mit ihren Tieren auf dem Feld zu sein.

Als sie Kind war, war Krieg. Während der vielen Nächte, die sie im Luftschutzkeller verbrachte, hatte sie sehr große Angst, das ihr etwas passieren könnte.

Meine Oma erlebte die Hitlerzeit mal von der positiven und mal von der negativen Seite. Am besten gefielen ihr die Wanderungen, Bastelnachmittage und Singen, zu der Zeit war sie 10 Jahre alt. Dann kamen die negativen Zeiten mit großem Schrecken: Bombenangriffe, Luftschutzkeller, Tote, Tiefflieger die auf sie schossen, Flucht, Kälte, Hunger, Heimweh...

Meine Oma spielte Spiele wie:

Schwarzer Peter, Mühle, Dame und Mensch ärgere dich nicht.

Draußen vergnügten sie sich mit Ballspielen.

An ihrem 16. Geburtstag durfte sie zum 1. Mal ihren Geburtstag feiern. Sie konnte drei Klassenkameradinnen einladen. Zu essen gab es selbst gemachte Berliner und zu trinken gab es Kakao. Sie bekam ein paar  Hausschuhe und ein Buch. Taschengeld konnte sie nicht bekommen, da ihr Vater arbeitslos war.

Freizeit hatte Oma schon, nur musste sie viel helfen, wie z.B. beim Ernte – Einsatz.

Das Lernen kam auch noch dazu. Freunde durfte und konnte sie nicht zu sich nach Hause einladen, da sie ja eine viel zu kleine Wohnung hatten. Vor der Flucht, hatte Oma Puppen und Puppenwagen, Bücher und einen Ball.

Mit 16 Jahren durfte sie zum ersten Mal ausgehen. Mit 17 Jahren hatte sie ihren ersten Freund, den sie dann auch heiratete.

Meine Oma hatte Kleider genäht aus alten Sachen, 2 Pullover aus aufgetrennter Wolle, 1Mantel aus einer alten Wolldecke genäht, 1 Jungenjacke und später ein paar Sommer- und ein paar Winterschuhe.

Gewaschen hat sie sich täglich und gebadet in einer alten Zinkwanne wöchentlich.

Kleidung wurden auch nur wöchentlich gewechselt.

Meine Oma wurde nicht aufgeklärt. In ihrer Familie hat sie sich manchmal wohl gefühlt und manchmal weniger.

Jetzt hat sie aber Verständnis für die damalige Situation.

An den Abenden hatte sie gelesen, gestrickt, Schularbeiten und mit ihrer Mutter Handarbeiten gemacht.

Außerdem auch Radio gehört.

Ihre  Idols ( mit 16 J.) waren; Sonja Ziemann, Steward Granger und Hildegard Knef.

Ihre Lieblingsbücher waren ; „Das Sinngedicht“ von Gottfried Keller und „ Am grauen Meer“ Gesammelte Werke von Theodor Storm.


© 2001 - design by blueboxx webdesign - content management by web-team