Ulrike


                                                         Ulrike

 

Was weiß ich eigentlich über meine Oma und ihre Kindheit?

 

Meine Oma wurde im Jahre 1939 am 22 Dezember in Weimar geb. .

Sie ist zur zeit 61 Jahre alt und sie hat  eine Schwester.

Ihre Mutter hatte damals bei Russischen Offizieren als Dienstmädchen gearbeitet

und deswegen hat sie z. B. Brot mit in der Schule gehabt, das sie heimlich aß, weil andere

nichts zu Essen mit hatten. Und meine Oma heißt Doris Kosse geb. Taube.

 

Was mir meine Oma aus ihrer Kindheit erzählt hat.

 

Freunde durften nicht zu Hause übernachten. Meine Oma durfte zum ersten Mal mit 18 weg

und ihren ersten Freund hatte, mit dem sie jetzt immer noch zusammen ist.

Er heißt Erich Kosse.

Sie besaß etwas Spielzeug z.B. Murmeln, Kreisel, Bücher, Strickliesel, Häkelnadel und

eine Puppe.

Meine Oma und ihre Freunde spielten Springseil, Hüpfekästchen Verstecken, Murmeln,

Kreisel und Ballspielen (z.B. Völkerball).

Am Geburtstag gab es keine Feier und geschenkt wurde das, was sie gerade brauchte.

Sie kriegte kein Taschengeld und ein eigenes Zimmer hatte sie auch nicht.

Das Verhältnis innerhalb der Familie war gut, aber die Mutter war sehr streng und

duldete keinen Widerspruch.

 Ein Radio hatte die Familie auch.

An den Abenden haben sie alle zusammen Radio gehört, gelesen ( das alleine ),

häkeln ( das hat sie auch alleine gemacht ) und manchmal haben sie Karten gespielt.

Meine Oma hatte kein spezielles Lieblingsbuch.

Sie musste von ihrer älteren Schwester Klamotten anziehen und auch selbst genähte

Sachen wurden getragen. Die neueste Mode konnten sie sich nicht leisten.

Zu essen gab es einfache Sachen, ihr Lieblingsessen war Pellkartoffeln mit Quark,

ach ja und es gab ganz selten Kekse.

Ihre erste Apfelsine aß sie mit 7 Jahren und sie wusste nicht, was es war.

Es gab auch Schulessen ,meistens Brei. Sie mussten aber Topf und Löffel selber mitbringen. Sie hatte auch Schulbrote mitgenommen, die sie dann aber heimlich aß, weil andere Kinder keine hatten.

Sie hatten am Tag 5 Unterrichtsstunden ,der Schulweg war 20 Minuten zu Fuß und am Samstag wurde auch unterrichtet.

Die Fächer waren: Deutsch, Erdkunde, Turnen, Handarbeit, Geschichte, Physik, Chemie, Mathe und Biologie.

Meine Oma machte eine Schulausbildung, die 8 Jahre ging und dann eine Lehrausbildung zur Fachverkäuferin für Lederwaren.

Freizeit hatte sie , aber erst mussten alle Arbeiten erledigt werden. Eigene Schulbücher besaß sie auch. Hausaufgaben bekamen sie auch auf. Meine Oma wollte Stewardess oder Dolmetscherin werden, aber ihre Mutter erlaubte es nicht. Ein Idol hatte sie nicht.

In der Schule wurden sie nicht geschlagen, aber zu Hause gab es manchmal eine Ohrfeige. Im Durchschnitt war meine Oma eine gute Schülerin, ihr Notendurchschnitt war ca. 2,0.

Sie haben sich 1x wöchentlich gebadet und täglich gewaschen und Zähne geputzt.

Aufgeklärt wurden sie nicht von der Schule oder von den Eltern, sondern durch Freundinnen oder durch das lesen von Büchern.

In der Hitlerzeit war sie noch ein Kind und hatte sehr viel Angst bei Luftangriffen, weil sie dann aus dem Schlaf gerissen wurde und in den Bunker bzw. Luftschutzkeller gehen mussten.

Dort war es kalt, dunkel und voller ängstlicher Menschen. Hunger leiden mussten sie nicht, denn sie wurden von Verwandten auf dem Land unterstützt.


© 2001 - design by blueboxx webdesign - content management by web-team