Heike


         

                             Heikes Großmutter                              Heike

 

Was weiß ich eigentlich über meine Oma und ihre Kindheit?

 

Meine Oma heißt Lieselotte Johanna und ihr Mädchenname ist Pfeifer und sie wurde 1926 geboren.

Während des Krieges musste sie ihre Heimat verlassen. Sie lebte mit ihrer Familie in Reichen, damalig Schlesien, das heutige Polen.

Meine Oma ist mit ihrer Familie bis auf ihren Vater und ihren Bruder nach Clenze geflohen. Ihr Vater und 

ihr Bruder mussten in den Krieg ziehen. Ihr Vater ist im Krieg gefallen.

In Clenze hat sie ihren heutigen Mann Willi Pollehn kennen gelernt, den sie auch sehr früh geheiratet hat.

 

Was mir meine Oma aus ihrer Kindheit erzählt hat.

 

Meine Großmutter wurde um 8.00Uhr morgens zur Schule geschickt und um 13.30Uhr wieder nach Hause.

In dieser Zeit wurden die Fächer: Deutsch, Erdkunde, Geschichte, Mathematik und Religion unterrichtet.

Gegessen wurde in der Zeit Leberwurst mit Graubrot.

Nach der Schule gab es manchmal auch ihr Lieblingsgericht, Pellkartoffeln mit Quark.

Die Hausaufgaben wurden danach gemacht, es waren ungefähr so viele wie heute auch. Nach den

Hausaufgaben mussten sie entweder auf dem Hof helfen oder im Haus.

Sie hatte nur Sonntags Freizeit, da sie auch Samstags Unterricht hatte. Ihre Schulausbildung ging 10 Jahre

Und sie machte einen Realschulabschluss. Sie hat nie einen Beruf gelernt.

Nach der Arbeit auf dem Hof wurde sich gewaschen und man ging nach dem Abendbrot ins Bett.

Aber ab und zu gab es auch Kaffee und Kuchen. Süßigkeiten gab es so gut wie keine.

Wenn sie doch mal Freizeit hatte, spielte sie mit ihrem Bruder Brettspiele oder wenn ein paar Freunde

Da waren und Zeit hatten, mein rechter Platz ist leer.

Ihren ersten Freund hatte sie mit 17 Jahren und er hieß Werner. Er war damals auch 17 Jahre alt. Zum

Mal alleine weg durfte sie mit 18 Jahren am Neujahrestag.

Das Verhältnis innerhalb der Familie war sehr gut. Sie wurde nie geschlagen, auch nicht in der Schule.

Ihren Geburtstag feierte man nicht, aber es gab, wenn überhaupt, Taschentücher geschenkt. Sie hatte nie

Eigenen Besitz wie z.B. Kleidung, Bücher, Spielzeug und Geld. Die Kleidung musste sie sich mit ihrer Mutter teilen, Bücher und Spielzeug gab es nicht, weil gerade Krieg war. Geld hatte sie nicht, weil sie auch kein Taschengeld bekam. Ein eigens Zimmer besaß sie auch nicht, denn das Zimmer, in dem sie schlief, musste sie sich mit ihrer Mutter und ihrem Bruder teilen.

Sie wurde nie aufgeklärt, aber sie wusste trotzdem, wovon man Schwanger wurde, dies wusste sie von ihren

Freunden.

Diese haben nie bei ihr übernachtet, weil es keine Gelegenheit dazu gab.

Ein Traumberuf hatte sie nie, aber trotzdem war sie glücklich mit der Entscheidung in die Landwirtschaft gegangen zu sein.

Sie hatte ein Lieblingsbuch, dies hieß „Friedelinchens Lebenslauf“. Das Buch borgte sie sich immer von Freunden.

Ich Idol war Rudolf Prack, er war ein Schauspieler in Heimatfilmen.

Sie besaßen kein eigenes Radio, eins wurde mit der ganzen Familie geteilt.

Meine Großmutter hat Hitler nicht sehr viel beachtet, sie hat ihn auch nie gesehen, nur einmal auf einem Foto.


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